Adipositas ist eine Krankheit mit vielen Ursachen

Adipositas ist eine Krankheit mit vielen Ursachen. Viele Aspekte kommen bei ihrer Entstehung und im Verlauf zusammen: Genetische und metabolische Faktoren, das Verhalten und manchmal auch Virusinfektionen (so mit dem Adenovirus Ad-36) können eine Rolle spielen. Adipositas lässt sich aber auch als Konsequenz einer "positiven Energiebilanz" beschreiben. Eine konstante Energiebilanz des Körpers resultiert aus der Balance zwischen "empfangener" und "ausgegebener" Energie; bei Adipositas wird mehr empfangen als ausgegeben.

Adipositas ist ein Risikofaktor

Adipositas ist ein wesentlicher Risikofaktor für kardiovaskuläre Krankheiten. Aus klinischer Sicht ist Adipositas auch der Hauptfaktor, der für das so genannte metabolische Syndrom prädisponiert; dazu gehören Dyslipidämie (Fettstoffwechselstörung), Hypertonie (Bluthochdruck), Störungen im Kohlenhydratstoffwechsel (Insulinresistenz, Diabetes mellitus Typ 2) u. a.

Das metabolische Syndrom

Eine Definition des metabolischen Syndroms wurde 2001 vom "National Programme of Cholesterol Education" der USA (Adult Treatment Panel III, NCEP) vorgeschlagen. Die Diagnose für das metabolische Syndrom wird gestellt, wenn mindestens drei der folgenden fünf Kriterien erfüllt sind:

  1. Nüchternblutzucker im venösen Blutplasma über 6,1 mmol/l (>110mg/dl), d.h. Vorliegen von Diabetes mellitus Typ 2,
  2. Arterieller Blutdruck über 130/85 mmHg oder Einnahme blutdrucksenkender Medikamente,
  3. Konzentration der Triglyzeride im  Blut ≥1,7 mmol/l (150 mg/dl),
  4. Konzentration von HDL Cholesterin < 1,03 mmol/l (40mg/dl) bei Männern und < 1.29 mmol/l (50 mg/dl) bei Frauen,
  5. Abdominelle Fettverteilung, bestimmt durch einen Bauchumfang von über 102 cm bei Männern oder über 88 cm bei Frauen.

Adipositas und kardiovaskuläre Krankheiten

Der WHO zufolge gehören arterielle die Hypertonie und ihre Komplikationen zu den global wichtigsten Mortalitätsrisiken. Fast eine Millionen Menschen weltweit weisen dieses Krankheitsbild auf. Adipositas gilt als der wichtigste Risikofaktor für Hypertonie und die koronare Herzkrankheit. In der Framingham-Studie wurde nachgewiesen, dass ein steigender BMI zu steigendem Blutdruck führt. 70 % der Männer und 61 % der Frauen mit arterieller Hypertonie sind demnach adipös. Bei diesen liegt ein dreifach erhöhtes Risiko vor, an Hypertonie zu erkranken, als bei Personen mit normalem BMI.

Adipositas und weitere Begleiterkrankungen

Adipositas wird von einer Vielzahl weiterer Krankheiten begleitet: Gelenk- und Gliederschmerzen (Arthrose), Schlafapnoe, Diabetes mellitus Typ 2 und Störungen des Fettsäurestoffwechsels. All diese Komorbiditäten beeinträchtigen die Lebensqualität der Patienten in einschneidender Weise.

Die Behandlung von Adipositas

Eine erfolgreiche Adipositastherapie kann die Lebensqualität von Patienten deutlich verbessern, das Risiko der Komorbiditäten mindern bzw. bereits bestehende Komorbiditäten lindern oder gar heilen, aktive Lebensführung und Selbstachtung wiederherstellen und schließlich die Lebenserwartung verlängern.

Verhaltenstherapie und Wandel der Lebensführung

Gegenwärtig sieht man in einer Änderung von Verhaltensweisen den Königsweg der Adipositastherapie, aber für viele Patienten ist es auch der schwierigste. Mehr körperliche Aktivität (30-45 min täglich an 3-5 Tagen in der Woche), kein Nikotinkonsum und moderater Alkoholgenuss senken das Risiko, kardiovaskulär zu erkranken, und verbessern den BMI. Unglücklicherweise sind nur wenige Patienten in der Lage, ihre Leben entsprechend umzustellen.
(http://www.adipositas-behandlung.de)